
Der Nissan-Laurel-Oldtimer zählt zu den unterschätzten Juwelen der japanischen Automobilgeschichte. In Europa kaum noch bekannt, steht er in Japan längst auf einer Stufe mit Klassikern wie dem Skyline oder Cedric. Als stilvoller, komfortabler und technisch raffinierter Wagen der oberen Mittelklasse positionierte sich der Laurel zwischen Luxus und Sportlichkeit – ein echter Geheimtipp für Liebhaber japanischer Oldtimer. Ob als Datsun Laurel, Nissan 200 L oder unter seinem ursprünglichen Namen Prince Laurel, dieses Modell verkörpert die goldene Ära japanischer Ingenieurskunst. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Geschichte, Technik, Design, Varianten und worauf Sie beim Kauf eines Nissan Laurel achten sollten.
Der lange Weg des Nissan Laurel Oldtimer

Die Geschichte des Nissan Laurel beginnt Ende der 1960er-Jahre, in einer Zeit, als Japan zunehmend hochwertige Fahrzeuge für den internationalen Markt produzierte. 1968 präsentierte Prince Motors, das kurz zuvor von Nissan übernommen worden war, den ersten Laurel (C30). Das Modell sollte die Lücke zwischen dem sportlichen Nissan Skyline und dem luxuriösen Nissan Cedric schließen – eine Kombination aus Komfort, Stil und Leistung.
Der Laurel wurde zunächst als Datsun Laurel in Exportmärkten angeboten, um an den Namen „Datsun“ anzuknüpfen, der international bereits etabliert war. In Japan jedoch lief er unter dem Namen Nissan Laurel. Erst 1977 erreichte er unter dem Namen Datsun 200 L Deutschland, vorerst als Limousine und Coupé. Der Erfolg blieb nicht aus. In puncto Ausstattung konnte ihm zur damaligen Zeit kaum ein Kontrahent die Stirn bieten. Vor allem nicht mit Sechszylindern im Preissegment von 14.490 bis 15.490 D-Mark.
Generationen im Überblick

- C30 (1968–1972): Der erste Laurel trug noch deutliche Einflüsse von Prince und war mit Reihensechszylindern ausgestattet – eine Besonderheit in seiner Klasse.
- C130 (1972–1977): Bekannt als „Butaketsu“ (japanisch für „Schweinerumpf“) wegen seiner markanten, rundlichen Form. Diese Generation war sowohl als Coupé als auch als Limousine erhältlich.
- C230/C231 (1977–1980): Einführung moderner Linien, wahlweise mit Vierzylinder- oder Sechszylindermotor.
- C31 (1980–1984): klarere Kanten, luxuriöser Innenraum, neue elektronische Features.
- C32 (1984–1989): Jetzt mit Hinterradantrieb und optionalem Turbo – der Laurel wurde technischer und sportlicher.
- C33 (1989–1993): Heute die beliebteste Generation unter Tuningfans und Sammlern. Der C33 Laurel Medalist gilt als Kultauto der japanischen 1990er-Jahre.
Nach der sechsten Generation lief der Laurel noch bis 2002 in Japan, ehe er zugunsten modernerer Modelle eingestellt wurde.
Japanischer Luxus

Der Nissan-Laurel-Oldtimer war stets eine Mischung aus klassischer Eleganz und dezenter Sportlichkeit. Die frühen Modelle der 1970er-Jahre – besonders der C130 Laurel – erinnern mit ihren geschwungenen Kotflügeln und Chromdetails stark an europäische Limousinen jener Zeit.
In den 1980er-Jahren wandelte sich das Design zu kantigeren, klareren Formen, die den typischen Stil japanischer Business-Limousinen prägten. Besonders beliebt sind heute die C32- und C33-Modelle, deren schlichtes, aber edles Design perfekt altert.
Im Innenraum überzeugte der Laurel stets mit Komfort und technischer Raffinesse. Holzdekor, veloursbezogene Sitze, automatische Klimaanlage, elektrische Fensterheber und hochwertige Materialien machten ihn zu einem echten Luxusauto der oberen Mittelklasse. Die Sitze waren bekannt für ihren hohen Komfort, und die Rundinstrumente boten ein sportliches, aber übersichtliches Layout – ein Markenzeichen japanischer Ingenieurskunst jener Zeit.
Sechs Zylinder und Heckantrieb

Technisch bot der Nissan Laurel Oldtimer eine erstaunliche Bandbreite. Bereits in den frühen Modellen kamen Reihensechszylinder zum Einsatz – ein Merkmal, das den Nissan Laurel von vielen europäischen Konkurrenten unterschied.
Motoren und Leistung
- C30 (1968–1972): L20-Motor (Reihensechszylinder, 1.998 cm³, ca. 120 PS)
- C130 (1972–1977): Wahlweise L16, L18, L20 oder L26 – die stärksten Versionen leisteten bis zu 140 PS.
- C230–C31: Einführung modernerer OHC-Motoren, darunter auch Dieselvarianten.
- C32–C33: RB-Serie (bekannt aus dem Skyline), darunter der RB20DET-Turbomotor mit bis zu 210 PS.
Insbesondere der Sechszylinder-Dieselmotor erfreute sich großer Beliebtheit. Nissan hatte schon damals große Erfahrungen durch den Bau von LKWs. So wurde mit dem 2,8-Liter-Sechszylinder ein Dieselmotor aus einem Guss angeboten. Das Aggregat erwies sich als so gut, dass es noch bis in die 2000er-Jahre verwendet wurde, unter anderem im Nissan Patrol. Vergleichbare Motoren lieferten damals nur der BMW 524 d und der Volvo 240.
Mit seiner Ausstattung kombinierte der Laurel luxuriöses Reisen mit sportlicher Fahrdynamik. Alle Generationen setzten auf Hinterradantrieb, was ihn bei Enthusiasten besonders beliebt machte.
Fahrverhalten
Dank seiner ausgewogenen Achsgeometrie, soliden Verarbeitung und präzisen Lenkung war der Laurel nicht nur komfortabel, sondern auch angenehm fahraktiv. Besonders die C32/C33-Versionen gelten heute als exzellente Basis für Youngtimer-Projekte oder dezente Restomods.
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Varianten und Sondermodelle des Nissan Laurel

Über die Jahre entstanden zahlreiche Versionen, vom einfachen Viertürer bis zum luxuriösen Sportcoupé:
- Nissan Laurel 2000 SGX: Edelversion der 1970er-Jahre mit Holzoptik, Velours und viel Chrom.
- Laurel Hardtop Coupé (C130): Zweitürige Version mit sportlicher Linienführung – heute sehr begehrt.
- Laurel Medalist (C32/C33): Luxusvariante mit hochwertigen Materialien, digitalem Armaturenbrett und Turbomotor.
- Datsun 200 L: Exportversion für Europa mit modifizierten Motoren und weniger Ausstattung.
Nissan Laurel: Er kann auch sportlich!

Obwohl der Nissan Laurel nicht primär als Rennwagen konzipiert war, wurde er von japanischen Privatfahrern gern im Motorsport eingesetzt. Besonders in den 1980er-Jahren tauchte der Laurel in lokalen Tourenwagenrennen und Bergrennen auf.
Heute ist der Laurel – insbesondere die C33-Version – in der Drift-Szene äußerst beliebt. Seine RB-Motoren (verwandt mit dem Skyline GT-R) machen ihn zur idealen Basis für leistungsstarke Umbauten.
Solider Blickfang aus Japan!

Der Nissan-Laurel-Oldtimer ist solide konstruiert, aber wie viele Fahrzeuge seiner Ära nicht frei von Rostproblemen. Besonders in Europa sind gute Exemplare eine echte Rarität.
Typische Schwachstellen
- Rost: Besonders an Radläufen, Schwellern, Federbeindomen, Heckabschlussblech, Bodenblechen und Wagenheberaufnahmen.
- Elektrik: Kontakte und Schalter können mit den Jahren oxidieren.
- Innenraum: Kunststoffteile neigen in heißen Klimazonen zum Ausbleichen oder Reißen.
Ersatzteile
Ersatzteile für den Laurel sind in Europa teilweise schwierig zu finden, jedoch in Japan und über spezialisierte Händler gut verfügbar. Blechteile für die seltenen Kombi- oder Hardtop-Varianten sind allerdings schwer (oder gar nicht) zu bekommen. Viele Komponenten – insbesondere Motor- und Fahrwerksteile – sind mit denen des Nissan Skyline oder Datsun 240 kompatibel.
Preise (2025)
Die Preise hängen stark von Modell und Zustand ab:
- Ein einfacher C230 oder C31 in fahrbarem Zustand kostet rund 6.000 bis 10.000 Euro.
- C130 Coupés oder C33 Medalist Turbo-Modelle in gutem Zustand liegen bei 15.000 bis 25.000 Euro.
- Restaurierte Fahrzeuge oder seltene japanische Editionen können über 30.000 Euro kosten.
FAQ
Je nach Modell und Zustand liegen die Preise zwischen 6.000 und 30.000 Euro. Besonders die sportlichen oder seltenen Varianten wie der C33 Turbo sind sehr gefragt.
Zwischen 1968 und 2002 produzierte Nissan insgesamt rund 2,4 Millionen Fahrzeuge der Laurel-Baureihe in verschiedenen Generationen.