
Der De Tomaso Pantera-Oldtimer ist ein faszinierendes Beispiel für die Verbindung italienischer Designkunst mit amerikanischer Motorenpower. Gebaut zwischen 1971 und 1992, vereint er die Leidenschaft und Eleganz eines italienischen Sportwagens mit der Zuverlässigkeit und Kraft eines US-V8-Motors. Technisch verbindet vieles am Pantera mit dem Ford GT40. Auch in Sachen Fahrverhalten nehmen sich die beiden Supersportler nicht viel. Der Pantera war das erfolgreichste Modell der Marke De Tomaso und gilt heute als echter Supersportwagen-Klassiker. Mit seinem kantigen Design, dem markanten Sound und der beeindruckenden Performance gehört der De Tomaso Pantera zu den begehrtesten Sammlerfahrzeugen seiner Ära.
Leistung und Luxus: die Entstehung des De Tomaso Pantera

Die Geschichte des De Tomaso Pantera beginnt mit dem visionären Unternehmer Alejandro de Tomaso, einem argentinischen Rennfahrer, der in den 1950er Jahren nach Italien übersiedelte. Nach ersten Erfolgen mit Prototypen und Rennwagen in der Formel 1 gründete er in Modena die Marke De Tomaso Automobili.
Nach dem Mangusta, einem exotischen, aber technisch schwierigen Sportwagen, wollte de Tomaso ein Modell bauen, das sowohl Performance als auch Alltagstauglichkeit bot. Mit Unterstützung des Ford-Konzerns entstand 1970 der Pantera – was auf Italienisch „Panther“ bedeutet.
Wie vielen kleineren Herstellern fehlte auch De Tomaso das Geld für teure Entwicklungen. Statt das teure Designstudio Pininfarina zu beauftragen, wurde der Pantera durch Tom Tjaarda, einen damals 26-jährigen Mitarbeiter von Ghia, entworfen. Während die Edelschmieden wie Lamborghini aufwändig eigene Motoren entwickelten, einigte sich De Tomaso mit Ford. Der Pantera war vor allem für den amerikanischen Markt gedacht. Was eignete sich besser als ein uramerikanischer V8-Motor?
Ford übernahm den Vertrieb für den US-Markt, und so debütierte der De Tomaso Pantera 1971 auf der New York Auto Show. Das Ziel: einen europäischen Supersportwagen mit amerikanischer Technik zu bieten – als direkter Konkurrent zum Ferrari Dino, Lamborghini Countach, Lamborghini Miura und Maserati Ghibli.
In den USA wurde der Pantera über Lincoln-Mercury-Händler verkauft. Trotz anfänglicher Qualitätsprobleme überzeugte das Konzept viele Kunden. Nach dem Ende der Ford-Kooperation 1975 produzierte De Tomaso den Pantera in Eigenregie weiter – in immer exklusiveren Kleinserien bis in die 1990er Jahre.
Insgesamt entstanden über 7.200 Exemplare, was den Pantera zum meistgebauten De-Tomaso-Modell macht.
Nichts für Riesen: De Tomaso Pantera!

Das Design des De Tomaso Pantera stammt von Tom Tjaarda, der für das legendäre Designstudio Ghia arbeitete. Er schuf eine zeitlos elegante, zugleich aggressive Form mit klaren Linien, scharfen Kanten und einer flachen, keilförmigen Silhouette.
Die Frontpartie mit Klappscheinwerfern und breitem Lufteinlass wirkt kraftvoll und sportlich. Die Seitenlinie ist flach und dynamisch, während das kurze, kantige Heck die Power des Mittelmotors betont.
Im Innenraum dominieren sportliche Elemente: tief montierte Sitze, ein schmaler Mitteltunnel und ein fahrerorientiertes Cockpit mit fünf Rundinstrumenten. Leder, Aluminium und Teppich prägten die Ausstattung – je nach Baujahr von puristisch bis luxuriös.
Die Sitzposition ist tief, fast rennwagenartig, mit gutem Blick auf die Instrumente. Spätere Modelle wie der Pantera GTS boten zudem Komfortelemente wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Lederausstattung – ohne den Renncharakter zu verlieren. Personen über 180 Zentimeter dürften sich allerdings etwas beengt fühlen.
Er lässt die Muskeln spielen!

Technisch war der De Tomaso Pantera ein Meisterwerk seiner Zeit. Das Chassis bestand aus einer selbsttragenden Karosserie aus Stahlblech – eine Besonderheit gegenüber den früheren Rohrrahmen-Modellen der Marke.
Motor und Leistung
Im Heck arbeitete der legendäre 5,8-Liter-Ford-V8-Motor (351 Cleveland) mit rund 300 PS (Europa) und sattem Drehmoment von über 430 Nm. Damit beschleunigte der Pantera in unter 6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte über 250 km/h Höchstgeschwindigkeit – beeindruckende Werte Anfang der 1970er Jahre. Die amerikanischen Versionen waren mit bis zu 330 PS etwas leistungsstärker. 1972 wurde die Leistung aufgrund schärferer Abgasnormen auf 266 PS zurückgenommen. Die Leistung des sehr seltenen De Tomaso Pantera GT4 wurde mit 500 PS angegeben. Doch damit nicht genug. Einige Tuner widmeten sich dem Pantera. Die Firma Xaver Jehle brachte den Supersportwagen auf bis zu 1.000 PS.
Die Kraftübertragung erfolgte über ein ZF-5-Gang-Getriebe, das ursprünglich aus Rennwagen wie dem Ford GT40 stammte. Das Mittelmotor-Layout sorgte für eine ideale Gewichtsverteilung (57 Prozent auf der Hinterachse, 43 Prozent auf der Vorderachse) und ein sportliches Fahrverhalten.
Fahrwerk und Bremsen
Das Fahrwerk bestand aus Einzelradaufhängungen rundum, kombiniert mit Scheibenbremsen an allen Rädern. Die Lenkung war direkt, das Handling präzise – für damalige Verhältnisse revolutionär.
Ein Nachteil war jedoch die Hitzeentwicklung im Innenraum, bedingt durch die Nähe des Motors, sowie die teilweise schwierige Ersatzteillage bei späteren Modellen.
Schnell und schneller: De Tomaso Pantera

Während seiner über 20-jährigen Produktionszeit brachte De Tomaso mehrere Varianten und Sondermodelle des Pantera heraus:
- Pantera L (1972–1974): „L“ für „Lusso“ (Luxus). Mit Stoßfängern nach US-Vorschrift und verbesserter Innenausstattung.
- Pantera GTS (ab 1972): Sportversion mit verbreiterten Kotflügeln, größeren Felgen, geänderter Vergaserabstimmung und bis zu 350 PS.
- Pantera GT4: für den Rennsport optimierte Version mit 500 PS.
- Pantera GT5 (ab 1980): Mit aggressivem Breitbau, Frontspoiler, Heckflügel und 345 PS.
- Pantera GT5-S (ab 1985): Noch luxuriöser, mit verbreiterten Kotflügeln aus Stahl und verbesserter Aerodynamik.
- Pantera Si (1990–1992): Letzte Serie mit Einspritzmotor (GTSi), modernisierter Optik und bis zu 305 PS – streng limitiert auf nur 41 Exemplare.
Parallel entwickelte De Tomaso weitere Modelle wie den Mangusta (Vorgänger) und den Guarà (Nachfolger), doch der Pantera blieb das bekannteste und erfolgreichste Auto der Marke.
Cruisen ist nicht sein Metier

Auch im Motorsport zeigte der De Tomaso Pantera Zähne. In den frühen 1970ern starteten zahlreiche Privatfahrer bei Langstreckenrennen und GT-Serien, etwa in Le Mans, Daytona oder Spa.
Besonders in der Gruppe 4 erzielten die Pantera-GT4-Rennversionen respektable Platzierungen. Ihr bulliger V8-Motor und die robuste Technik machten sie beliebt bei Rennteams.
Auch in Rallye-Einsätzen – etwa in Italien – konnte der Pantera durch seine Traktion und Motorleistung überzeugen. Heute sind die Pantera-GT4-Rennwagen begehrte Sammlerstücke.
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Der etwas andere Ferrari: De-Tomaso-Pantera-Oldtimer

Schwachstellen
Der De-Tomaso-Pantera-Oldtimer ist grundsätzlich solide gebaut, doch es gibt einige typische Schwachstellen:
- Rost an Karosserie, Schwellern und Türen (besonders bei früheren Baujahren).
- Kühlsystem neigt zur Überhitzung – regelmäßige Wartung ist Pflicht.
- Aufhängung von Motor und Getriebe.
- Elektrik (italienische Komponenten) oft unzuverlässig.
- Getriebe (ZF 5DS-25) ist robust, aber teuer in der Instandsetzung.
- Bremsanlage benötigt sorgfältige Einstellung.
Ersatzteile
Ersatzteile sind dank internationaler Clubs und spezialisierter Händler gut verfügbar. Besonders in den USA und in Italien gibt es Werkstätten, die auf De Tomaso spezialisiert sind. Viele Komponenten – wie Motorenteile – stammen von Ford und sind dadurch günstiger zu beschaffen.
Preise (Stand 2025)
- Pantera L (Standardmodell): ab 110.000 Euro
- Pantera GTS: 130.000–180.000 Euro
- Pantera GT5/GT5-S: 200.000–250.000 Euro
- Pantera Si (GTSi): über 300.000 Euro, selten und sammelwürdig
Der Pantera ist kein Schnäppchen, aber im Vergleich zu Ferrari oder Lamborghini bietet er ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
FAQ
Die Preise liegen je nach Modell und Zustand zwischen 110.000 und 300.000 Euro. Besonders seltene Varianten wie der Pantera Si erzielen deutlich höhere Sammlerwerte.
Zwischen 1971 und 1992 entstanden insgesamt etwa 7.260 Exemplare des De Tomaso Pantera.