
Der Maserati Bora hat viele Liebhaber, ist einer der besten Supersportwagen der 1970er Jahre und ist heute ein begehrter Klassiker in der Oldtimerszene. Mit seinem kraftvollen Mittelmotor, dem eleganten, aber dennoch vergleichsweise zurückhaltenden Design und der typisch italienischen Emotionalität setzte der Bora Maßstäbe für sportliche Grand Tourer. Er verkörpert nicht nur eine technische Spitzenleistung, sondern auch den Stil und die Leidenschaft, die man mit dem Namen Maserati verbindet. Doch das war nicht immer so. Als Maserati-Bora-Oldtimer hat er sich einen festen Platz unter den Supersportwagen der Automobilgeschichte gesichert – attraktiv für Sammler, Enthusiasten und Liebhaber klassischer Supersportwagen.
Komfortabler Sportler: Der Maserati Bora

Mitte der 1960er Jahre suchte Maserati nach einem würdigen Nachfolger für den etablierten Maserati Ghibli und gleichzeitig nach einem Modell, das mit europäischen Sportwagen wie dem Lamborghini Miura, dem Ferrari 365 GT/4 BB oder dem De Tomaso Mangusta konkurrieren konnte. Die Antwort kam 1968: ein völlig neues Konzept mit Mittelmotor.
Der Name „Bora“ entstammt wie bei vielen Maserati-Modellen einem meteorologischen Phänomen – in diesem Fall dem kalten, kräftigen Nordostwind, der an der Adriaküste weht. Der Bora wurde erstmals auf dem Turiner Autosalon 1968 vorgestellt, doch die Serienproduktion begann erst 1971. Verantwortlich für den Entwurf war Giugiaro bei Italdesign – ein Design, das klassische Eleganz und futuristische Elemente vereinte. Der Bora erschien als Mischung aus Rennsporttechnik und komfortablem Grand Turismo. Ein Paket, das nur wenige Sportwagen jener Zeit so konsequent umsetzten.
Als der Bora entwickelt wurde, gehörte Maserati zu Citroën. Während der Ölkrise, die 1972 begann, trennte sich der französische Hersteller von Maserati. Die Absatzzahlen sanken rapide. Der Sportwagenproduzent musste erst neue, eigene Vertriebswege organisieren. Dazu kam das Problem, dass der Bora in den USA kaum verkauft wurde. Der Grund: Die amerikanischen Zulassungsbehörden kritisierten die Stoßstangen und die Fahrgeräusche. Zudem wurde der Konkurrent De Tomaso Pantera zum Problem. Er kostete weniger bei ähnlichen Fahrleistungen. Bis 1978 entstanden rund 564 Exemplare – keine große Zahl, doch genug, um den Bora als seltenen und prestigeträchtigen Klassiker zu etablieren.
Unaufdringlich, elegant und sportlich
Das Design des Maserati Bora war seiner Zeit voraus: Klare Linien, flache Silhouette, keilförmige Form und markante Klappscheinwerfer machen ihn zu einem der schönsten Mittelmotor-Sportwagen der 1970er-Jahre. Die lange Motorhaube, der kurze Überhang und der niedrige, breite Stand verleihen dem Bora eine dynamische Präsenz, die bis heute faszinierend wirkt.
Italdesign setzte auf ein funktionales, aber ausdrucksstarkes Styling. Die Proportionen sind perfekt ausbalanciert: vorne genügend Raum für Komfort, hinten Platz für den großen V8-Motor und einen kleinen Gepäckraum. Die meisten Maserati Bora erhielten werkseitig eine eher zurückhaltende Lackierung in Oro Longchamps.
Eine Ausnahmeerscheinung war der Maserati Bora durch seine Ausstattung. Kaum ein Konkurrent glänzte zu dieser Zeit mit ähnlichem Komfort. Die Sitzposition und der Einstieg machten Verrenkungen unnötig. In anderen Sportwagen der 1970er Jahre war Gelenkigkeit nicht nur von Vorteil, sondern zwingend nötig. Auch eine Klimaanlage, Sitz- und Pedalverstellung und elektrische Fensterheber suchte man bei anderen Herstellern umsonst. Die Lüftungsanlage geriet allerdings etwas zu schwach. Durch die flach stehenden Scheiben heizte sich der Innenraum stark auf.
Maserati Bora: Geplant waren 12 Zylinder!

Technisch war der Maserati Bora ein Meilenstein für die Marke. Basierend auf Rennsport-Erfahrungen nutzte er erstmals in einem Maserati-Serienwagen eine Mittelmotor-Anordnung, die optimale Gewichtsverteilung und dynamisches Handling ermöglichte.
Motor:
Der Bora war mit einem 4,7-Liter-V8-Motor mit zwei obenliegenden Nockenwellen je Zylinderbank ausgestattet. Ursprünglich wurde sogar mit einem V12-Motor geliebäugelt. Aus Kostengründen wurde diese Idee allerdings verworfen.
- Hubraum: 4,7 Liter (1976: 4,9 Liter)
- Leistung: ca. 310 PS (330 PS)
- Drehmoment: 461 Nm
- Antrieb: Hinterradantrieb über ein manuelles 5-Gang-Getriebe von ZF
- Höchstgeschwindigkeit: 265 km/h
Die Kraftentfaltung war linear, die Akustik sonor – typisch Maserati: ein unverwechselbarer V8-Sound, der bei jedem Gasstoß Gänsehaut erzeugt.
Fahrwerk & Bremsen:
Am Fahrwerk zeigen sich die Einflüsse von Citroën. Ein erklärtes Ziel der Entwicklung: Der Maserati Bora sollte vor allem durch Raffinesse und Komfort überzeugen. Erst in zweiter Linie durch Leistung. Einzelradaufhängung und servounterstützte Bremsen (welche in einigen Teilen dem Citroën SM entstammen) waren selbstverständlich.
Dank der präzisen Lenkung, des fein abgestimmten Fahrwerks und der idealen Gewichtsverteilung galt der Bora als sehr souveräner Sportwagen auf kurvigen Strecken wie auf der Autobahn gleichermaßen.
Maserati Bora: Kaum auf der Rennstrecke und trotzdem ein Sieger!

Im klassischen Motorsport war der Maserati Bora nie ein dominanter Rennwagen wie ein Ferrari oder Porsche, doch er bewies seine Qualitäten bei Langstrecken-Ausfahrten, Zeitrennen und Rallyes für historische Fahrzeuge.
Sein Vorteil war seine Kombi aus Leistung, Zuverlässigkeit und Fahrdynamik – Eigenschaften, die bei Gleichmäßigkeitsrallyes oder Klassik-Rennsportveranstaltungen häufig belohnt werden. Besonders bei internationalen Historic-Racing-Events und Gentleman-Driver-Rennen ist der Bora beliebt, weil er schnell, aber berechenbar ist.
Zudem sorgte die Präsenz bei Concours-d’Élégance-Veranstaltungen und Oldtimer-Shows für zusätzliche Anerkennung dieses grandiosen Supersportwagens – er gewann mehrere Publikumspreise und Anerkennungen für Design und Technik. Ein Sieger der Herzen!
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Wertbeständige Rarität mit Emotionen!
Ein Maserati Bora ist ein Traum für Kenner, aber auch ein Projekt mit Tiefe. Gerade wegen seiner Technik sollte man beim Kauf sorgfältig prüfen.
Typische Schwachstellen
- Karosserie & Unterboden: Rost an Schwellerkanten, Unterboden und Radläufen kann auftreten, vor allem bei Fahrzeugen, die viel im Winter gefahren wurden.
- Elektrik: Insbesondere bei älteren Kabelbäumen oder falschen Reparaturen durch Vorbesitzer können elektrische Probleme auftreten.
- Kühlung & Thermostat: Probleme mit Überhitzung oder alter Kühltechnik sind typisch, regelmäßige Wartung ist wichtig.
- Vergaser/Einspritzung: Je nach Baujahr müssen Vergaser oder mechanische Einspritzteile präzise eingestellt werden – oft ein Wartungspunkt.
Ersatzteile
Teileversorgung ist heute deutlich besser als noch vor zehn Jahren, dank:
- Maserati Classic Parts und spezifischen Spezialisten
- Aftermarket-Anbietern für Gummi, Bremsen und Fahrwerk
Viele mechanische Komponenten sind baugleich bzw. kompatibel mit anderen V8-Maseratis.
Preise (Stand 2025/26)
Ein Maserati Bora in gutem bis sehr gutem Zustand kostet zwischen 170.000 und 300.000 Euro. Perfekt restaurierte Sammlerexemplare schlagen mit bis zu 400.000 Euro zu Buche.
Rar, emotional und mit stabiler Nachfrage – der Bora zählt zu den wertbeständigsten Klassikern der 1970er.
FAQ
Ein Maserati-Bora-Oldtimer kostet typischerweise zwischen 170.000 und 400.000 Euro, abhängig von Zustand, Laufleistung und eben „Nummer im Buch“.
Zwischen 1971 und 1978 wurden etwa 564 Maserati Bora produziert. Eine geringe Zahl im Vergleich zu vielen Konkurrenten, was den Bora zu einem seltenen Klassiker macht.