
Der Ferrari Dino 246 GT gehört zu den faszinierendsten und emotionalsten Supersportwagen der Automobilgeschichte. Benannt nach Alfredo „Dino“ Ferrari, dem Sohn des Firmengründers Enzo Ferrari, war der 246 GT ein bewusst anders positionierter Ferrari. Ohne das traditionelle Marken-Emblem auf der Haube, aber mit dem typischen Charme eines Ferrari sollte er auch Käufern zugänglich gemacht werden, die nicht so viel Geld ausgeben wollten. Das Einstiegsmodell sollte dem Porsche 911 Konkurrenz machen. Mit seiner aufregenden Form, elegantem Mittelmotor-Layout und einem der schönsten V6-Motoren aller Zeiten ist der Dino 246 GT ein Klassiker, der in Sammlerkreisen Kultstatus genießt.
Hommage an Alfredo: Der Dino 246!

Die Idee zum Ferrari Dino entstand in den 1960er Jahren aus einem persönlichen Projekt: Alfredo „Dino“ Ferrari entwickelte eine V6-Motorkonstruktion, bevor er 1956 im Alter von nur 24 Jahren an Muskulärer Dystrophie verstarb. Sein Vater, Enzo Ferrari, beschloss, das Projekt als Hommage umzusetzen und einen Sportwagen zu entwickeln, der leichter, wendiger und zugänglicher sein sollte als die üblichen V12-Ferrari-Modelle.
Enzo Ferrari hielt einen Mittelmotor zu Beginn der Überlegungen für zu riskant, um das Konzept in einem Straßenwagen zu verwenden. Lamborghini zeigte jedoch mit dem Miura, dass es möglich war. Das bewegte Enzo, den Versuch mit einem schwächeren V6-Motor zu wagen. Dieser wurde jedoch nicht von seinem Sohn Alfredo konstruiert.
Der Dino 206 war der erste Ferrari mit einem serienmäßigen Mittelmotor-Layout, wodurch er sowohl im Handling als auch in der Balance neue Maßstäbe setzte. Der Dino 206 GT wurde zuerst mit einem 2,0-Liter-Motor präsentiert, doch schon bald ersetzte Ferrari diesen durch die größere und leistungsstärkere Version: den Dino 246 GT, der 1969 auf dem Turiner Autosalon debütierte.
Trotz anfänglicher Skepsis – kein traditioneller V12, kein Ferrari-Badge vorne – eroberte der Dino schnell die Herzen von Enthusiasten und wurde bis 1974 gebaut. Heute ist er nicht nur ein technisches Meisterwerk seiner Zeit, sondern auch ein Symbol für italienisches Design und Motorsport-Seele.
Rennsportdesign für die Straße!

Das Design des Ferrari Dino 246 GT ist mit seinen kraftvollen und dennoch elegant wirkenden Kotflügeln unverkennbar. Verantwortlich für das Design war Leonardo Fioravanti. Dasselbe Talent von Pininfarina, welches die Ferrari-Modelle Daytona, 288 GTO, P5, P6, 365 GT4, 308 GTB, 512 Berlinetta Boxer und F40 entworfen hat. Eine Form, die zeitlos, skulptural und gleichzeitig aerodynamisch perfekt ausgeglichen ist. Die fließenden Konturen, die lange, tiefe Motorhaube und der sanft abfallende Heckbereich verleihen dem Dino eine harmonische, nahezu künstlerische Silhouette.
Karosserie:
Die Karosserie besteht, abgesehen von der Haube und den Türen der ersten Serie, aus Stahl. Der Motor des 206 wurde komplett aus Aluminium hergestellt.
- Tiefer, breiter Stand – perfekt proportioniert
- Große, runde Scheinwerfer und fließende Linien
- Hinter dem Fahrer das Mittelmotor-Layout klar erkennbar
Innenraum:
Der Innenraum des Dino 246 GT ist kompakt, fahrerorientiert und auf das Wesentliche reduziert. Gedacht für den reinen Fahrgenuss, bietet er:
- Sportsitze mit Seitenhalt
- Ein schlichtes, aber edles Armaturenbrett mit klaren Rundinstrumenten
- Lederbezüge und Holz- oder Aluminium-Applikationen je nach Ausstattung
- Schaltknüppel mittig, optimiert für präzise Handschaltungen
Platz ist bewusst knappgehalten – ein echtes Fahrerauto, kein Tourenluxuswagen. Der Fahrer sitzt tief, umgeben von feinster Handwerkskunst und klassischer Ferrari-Emotionalität. Hinter den Vordersitzen finden etwas Gepäck oder zwei Kinder Platz.
Ferrari Dino 246 GT: Kraft aus der Mitte!

Technisch war der Dino 246 GT seiner Zeit weit voraus. Er setzte auf ein mittig eingebautes V6-Aggregat, was für eine ausgewogene Gewichtsverteilung und exzellentes Handling sorgte. Der Motor wurde jedoch nicht, wie der des Dino 206, aus Aluminium gefertigt. Er besaß einen Motorblock aus Gusseisen. Dieses Aggregat wurde auch im Lancia Stratos verwendet.
Motor:
- Typ: V6, 65°-Zylinderwinkel
- Hubraum: 2.418 cm³
- Leistung: ca. 195 PS bei 7.600 U/min
- Drehmoment: ca. 225 Nm
- Treibstoffsystem: drei Weber-Fallstrom-Doppelvergaser
Das Aggregat gilt als einer der schönsten und kultiviertesten V6-Motoren überhaupt. Mit einem kraftvollen Antritt im mittleren Drehzahlbereich und einem hymnischen Klang über 6.000 U/min.
Fahrwerk & Antrieb:
- Antrieb: Hinterrad
- Getriebe: 5-Gang-Schaltgetriebe mit klassischer Ferrari-Gate-Schaltung
- Fahrwerk: Einzelradaufhängung rundum
- Bremsen: Scheibenbremsen vorn und hinten
Das Mittelmotor-Layout gab dem 246 GT eine herausragende Balance und trug zu seiner Agilität bei, die vielen seiner V12-Kontrahenten überlegen war. Für damalige Zeiten war die Verarbeitungsqualität exzellent, und trotz seines Fokus auf Fahrdynamik blieb der Dino in seinem Handling gut kontrollierbar. Die Fahrleistungen waren dem Kontrahenten Porsche 911 mehr als ebenbürtig.
Ferrari Dino 246: Für jeden etwas!

Der Dino 246 wurde in mehreren Varianten und Karosserieformen angeboten, die alle heute Sammlerinteresse besitzen:
Dino 246 GT (Berlinetta)
Die klassische geschlossene Coupé-Version: das meistbekannte und gesuchte Modell.
Dino 246 GTS (Targa)
Mit abnehmbarem Dachteil: eine seltenere, offenere Version für Cabrio-Liebhaber.
Dino Berlinetta Speciale (Konzept & Prototypen)
Einige Konzept- oder Sonderaufbauten (etwa im Show-Car-Bereich oder Einzelanfertigungen) trugen den Zusatz „Berlinetta Speciale“: heute echte Raritäten auf Auktionen.
Renn- oder Homologationsmodelle (selten)
Einige Rennversionen, Rallye-Ableger oder speziell angepasste Fahrzeuge existieren, meist als Einzelstücke oder kleine Serien: sie zählen zu den teuersten Dino-Exemplaren weltweit.
Classic-Rallyes sind sein Ding: Ferrari Dino 246 GT

Der Dino 246 GT war kein klassischer Werkssportwagen wie ein Ferrari 250 GTO, aber er bewies seine Performance bei zahlreichen Rennveranstaltungen und Rallyes der 1970er- und 1980er-Jahre – oft in der Sportwagen-Serienklasse.
Dank seines hervorragenden Chassis, der feinen Balance und der kräftigen Motorisierung zeigte er sich besonders stark bei Zeitrennen, Gleichmäßigkeitsprüfungen und historischen Motorsportveranstaltungen. Heute ist er bei Historic Grand Prix, Classics-Rallyes und Concours d’Elegance vertreten, wo er regelmäßig Publikumspreise und Auszeichnungen für Design und technische Originalität gewinnt.
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Ein Ferrari Dino 246 GT ist ein Traum, aber auch eine ernsthafte Investition, sowohl emotional als auch finanziell.
Typische Schwachstellen
- Rostprobleme: Besonders an Radläufen, Schwellerbereichen und Unterboden. Eine regelmäßige Inspektion ist erforderlich.
- Elektrik: Alte Kabelbäume, Kontakte oder Masseverbindungen neigen zu Störungen
- Vergaser-Einstellung: Die Weber-Vergaser verlangen akkurate Abstimmung
- Dichtigkeit: Dichtungen, Schläuche und Alterungsteile müssen geprüft werden
Ersatzteile & Versorgung
Dank starker Ferrari-Community und spezialisierter Anbieter sind viele Teile noch verfügbar, allerdings oft teuer:
- Original-Teile über Ferrari Classic
- Aftermarket-Anbieter für kleinere Komponenten
- Restaurations-Spezialisten für klassische Dino-Modelle
Marktpreise (Stand 2025/26)
- Grundsolide Dino 246 GT: ca. 340.000 – 600.000 Euro
- Sehr guter Zustand / Restauriert: 600.000 – 1.200.000 Euro
- Seltene Varianten / Homologations-Modelle: 1.000.000 Euro und mehr
Preise für herausragende Sammlerstücke auf Auktionen können deutlich darüber liegen und Rekorde brechen.
FAQ
Ein gepflegter Ferrari Dino 246 GT kostet heute typischerweise zwischen 340.000 Euro und über 1.200.000 Euro, abhängig von Zustand, Historie und Seltenheit.
Insgesamt wurden rund 3.150 Exemplare des Dino 246 gebaut, davon etwa 1.870 als Berlinetta (GT) sowie rund 1.275 als GTS (Targa).