
Der Opel-Rekord-Oldtimer ist ein Stück deutscher Automobilgeschichte – solide, stilvoll und bodenständig zugleich. Über Jahrzehnte hinweg prägte er das Straßenbild der Bundesrepublik und stand für den wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegszeit. Vom Opel-Olympia-Rekord der 1950er bis zum letzten Rekord E in den 1980er-Jahren verkörpert dieses Modell die Entwicklung der Mittelklasse unter dem Dach von General Motors. Heute gilt der Opel Rekord als authentischer Oldtimer mit hoher Alltagstauglichkeit und nostalgischem Charme. In diesem Artikel erfahren Sie alles über seine Geschichte, Technik, Varianten, Preise und warum der Rekord zu den beliebtesten Opel-Oldtimern zählt.
Geschichte und Entwicklung des Opel Rekord Oldtimer

Die Geschichte des Opel Rekord beginnt 1953 mit dem Opel Olympia Rekord, dem Nachfolger des Vorkriegsmodells Opel Olympia. Schon die Namenswahl deutete an, dass Opel den wirtschaftlichen Aufschwung („Wirtschaftswunder“) mit einem neuen, modernen Wagen begleiten wollte.
Der Olympia Rekord wurde schnell ein Verkaufserfolg: Er war robust, erschwinglich und bot Platz für die ganze Familie – das ideale Auto für die neue Mittelschicht. In der Bundesrepublik Deutschland war der Wagen regelmäßig auf Platz 2 der Zulassungsstatistik. Vor ihm lag lediglich der Volkswagen Käfer, der jedoch deutlich kleiner und billiger war.
Die Evolution des Opel Rekord
- Opel Olympia Rekord (1953–1957): klassisches Ponton-Design, solide 1,5-Liter-Motoren und modern für seine Zeit.
- Opel Rekord P1 (1957–1960): erste eigenständige Rekord-Baureihe. Mit Panoramascheiben vorn und hinten war er ein echter Hingucker und brachte amerikanisches Flair auf deutsche Straßen.
- Opel Rekord P2 (1960–1963): weniger verspielt, klarere Linien – ein Auto für den modernen Familienvater der 1960er.
- Rekord A (1963–1965): neue Plattform, kantigeres Design, verbesserte Technik – die Mittelklasse wurde erwachsen.
- Rekord B (1965–1966): Kurzlebig, aber wichtig: der Übergang zum legendären Rekord C.
- Rekord C (1966–1971): eine der erfolgreichsten Generationen, bekannt als „Coke-Bottle“-Design wegen seiner geschwungenen Seitenlinie.
- Rekord D (1972–1977): Mit seiner klaren Linienführung und verfeinerten Technik galt er als eines der modernsten Mittelklassefahrzeuge Europas.
- Rekord E (1977–1986): Der letzte Rekord, bevor der Opel Omega ihn 1986 ablöste.
Insgesamt wurde der Rekord über 30 Jahre lang produziert und verkaufte sich millionenfach – ein Beweis für seine Beliebtheit und Zuverlässigkeit.
Komfort aus Rüsselsheim

Der Opel-Rekord-Oldtimer durchlief eine bemerkenswerte Designentwicklung. Während der frühe P1 noch mit ausladenden Panoramascheiben und Chromleisten glänzte, setzte der P2 auf klarere, elegantere Linien.
Mit dem Rekord A und B näherte sich Opel dem sachlichen Stil der 1960er-Jahre, während der Rekord C mit seiner typischen „Coke-Bottle“-Form ein sportlicheres Erscheinungsbild erhielt.
Im Innenraum dominierte Funktionalität: große Armaturen, leicht ablesbare Anzeigen und viel Platz für die Familie. Spätere Modelle – insbesondere der Rekord D und E – boten deutlich mehr Komfort, mit Holzdekor, verstellbaren Sitzen, Radio und Heizung.
Im Rekord E erreichte die Innenraumqualität ihr Maximum: breite Sitze, ergonomische Schalter und ein ruhiges Fahrgefühl machten ihn zu einem komfortablen Reiseauto.
Solide und bewährt: Opel Rekord

Technisch stand der Opel Rekord stets für solide Ingenieursarbeit aus Rüsselsheim.
Motoren und Fahrwerk
Lange Zeit setzte Opel auf den, bereits seit 1937 im Opel Olympia verbauten, 1,5-Liter-Vierzylinder-Motor. Über die Jahre wurde er nur behutsam modernisiert. Erst 1965 wurde das veraltete, seitengesteuerte Aggregat durch einen modernen OHC-Motor ersetzt.
Die Auswahl an Motoren war recht übersichtlich:
- 1,5 bis 1,9 Liter Hubraum im Rekord A bis C, mit Leistungen zwischen 55 und 90 PS.
- Der Rekord D erhielt erstmals Dieselmotoren (2,1-Liter mit 60 PS) – ein Novum in der Mittelklasse.
- Im Rekord E standen moderne CIH-Motoren (Cam-In-Head) mit bis zu 110 PS zur Verfügung.
Die Technik war auf Langlebigkeit ausgelegt – einfache Mechanik, robuste Antriebseinheiten und ein komfortables Fahrwerk mit vorderer Doppelquerlenkerachse und hinterer Starrachse.
Fahrverhalten
Der Rekord bot ein weiches, komfortables Fahrgefühl, ideal für lange Strecken. Besonders der Rekord D überzeugte durch Stabilität und Laufruhe – Qualitäten, die ihn in den 1970ern zum Liebling deutscher Außendienstler machten.
Für jeden der richtige Opel Rekord

Über die Jahrzehnte entstanden zahlreiche Varianten und Karosserieformen:
- Limousine (2- und 4-türig): Der Standard für Familien und Vielfahrer.
- Caravan (Kombi): Besonders beliebt bei Handwerkern und Familien.
- Coupé: Sportliche Variante, meist seltener und heute sehr gesucht.
- Rekord Sprint (C-Modell): Sportliche Version mit 106 PS und auffälliger Lackierung.
- Rekord Diesel: Besonders sparsam – beliebt bei Vielfahrern.
Ab den 1980er-Jahren war der Rekord E in zahlreichen Ausstattungslinien erhältlich, darunter L, Berlina, CD und Voyage.
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Mal eben schnell: Opel Rekord

Auch im Motorsport konnte der Opel Rekord Oldtimer Akzente setzen. In den 1960er-Jahren starteten Privatfahrer mit dem Rekord C bei nationalen Rallyes, darunter der legendären Rallye Monte Carlo.
Der Rekord C Sprint mit seinem 106-PS-Motor war sportlich abgestimmt und erfreute sich großer Beliebtheit bei Hobbyrennfahrern. Spätere Modelle wurden im Tourenwagensport eingesetzt – meist erfolgreich auf regionaler Ebene.
Zudem diente der Rekord als Basis für den Opel Commodore, der mit Sechszylindermotoren deutlich mehr Leistung bot und im Motorsport noch größere Erfolge feierte.
Grundsätzlich solide!

Schwachstellen
Obwohl der Opel Rekord als robust gilt, sind einige Schwachpunkte typisch:
- Rost: Besonders an Radläufen, Wagenheberaufnahmen, Türunterkanten und am Kofferraumboden.
- Bremsanlage: Bei langer Standzeit oft schwergängig oder undicht.
- Elektrik: Korrosion an Kontakten, vor allem bei frühen Modellen.
- Innenausstattung: Stoffbezüge und Armaturenbrett neigen zur Alterung, vor allem bei Sonneneinstrahlung.
Ersatzteile
Ersatzteile für den Opel Rekord sind dank der großen Produktionszahlen relativ gut verfügbar. Zahlreiche Clubs und Händler haben sich auf die Versorgung spezialisiert. Besonders der Rekord C und D profitieren von einer lebendigen Oldtimer-Community.
Preise (Stand 2025)
Die Preise für einen Opel-Rekord-Oldtimer sind stark abhängig von Modell und Zustand:
- Rekord P1/P2: 8.000–20.000 Euro für gute Exemplare.
- Rekord C/D: 6.000–15.000 Euro, sportliche Varianten (Sprint) sind teurer.
- Rekord E: 4.000–10.000 Euro, besonders der Caravan ist beliebt.
Restaurierte Fahrzeuge mit Originalmotor und Historie können über 25.000 Euro kosten.
FAQ
Ein Opel Rekord Oldtimer kostet – je nach Zustand und Modellgeneration – zwischen 4.000 und 25.000 Euro. Besonders gefragt sind die frühen Modelle P1/P2 sowie der sportliche Rekord-C-Sprint.
Zwischen 1953 und 1986 wurden insgesamt rund 10 Millionen Opel Rekord produziert – eine beeindruckende Zahl, die den Rekord zu einem der erfolgreichsten Mittelklassewagen Europas macht.