
Der Mazda RX-7-Oldtimer ist ein technischer Leckerbissen und ein echtes Juwel unter den japanischen Sportwagen und genießt weltweit Kultstatus. Mit seinem innovativen Wankelmotor, auch bekannt als Kreiskolbenmotor, setzte der RX-7 nicht nur auf technische Raffinesse, sondern auch auf ein markantes Design und pure Fahrfreude. Wenig bekannt: Mazda bot zu dieser Zeit fast alle Modelle auch mit einem Wankel an! Über drei Modellgenerationen (1978 bis 2002) hinweg entwickelte sich der RX-7 zu einem der beliebtesten Mazda-Sportwagen aller Zeiten – kompakt, leicht und leistungsstark. Heute zählt der RX-7 zu den begehrtesten japanischen Klassikern und überzeugt durch Technik, Design und Sammlerwert.
Erfolgsmodell: Mazda RX-7 Oldtimer

Die Geschichte des Mazda RX-7 beginnt in den späten 1970er-Jahren. Als Nachfolger des RX-3 wurde der RX-7 1978 erstmals vorgestellt – zu einer Zeit, in der Mazda entschlossen war, den Wankelmotor in einem sportlichen Fahrzeug zu etablieren. Die erste Generation, intern als SA22C oder FB bezeichnet, beeindruckte mit einem niedrigen Gewicht, aerodynamischer Karosserie und agiler Fahrdynamik.
Mazda entwickelte den RX-7 bewusst als erschwinglichen Sportwagen mit europäischer Fahrdynamik und japanischer Zuverlässigkeit. Der Clou: Der kompakte Kreiskolbenmotor ermöglichte ein besonders tiefes und zentrales Einbauen des Motors, was dem Fahrzeug ein hervorragendes Handling bescherte.
Der RX-7 wurde über drei Generationen hinweg gebaut:
- SA/FB (1978–1985)
- FC (1985–1992)
- FD (1992–2002)
In Japan, Australien und den USA wurde das Sportcoupé als Savanna RX-7 angeboten.
Jede Generation brachte technische Innovationen und gestalterische Weiterentwicklungen, wobei der Fokus stets auf Performance, Leichtbau und dem legendären Wankelantrieb lag.Bis 1978 wurde fast jedes Fahrzeug von Mazda auch mit einem Wankelmotor angeboten. Selbst Pick-ups und Busse mit bis zu 20 Sitzplätzen konnten mit einem solchen Antrieb bestellt werden. Anfangs hatte der japanische Hersteller insbesondere auf dem europäischen Markt mit Vorurteilen zu kämpfen, die aus der Ära des NSU Ro80 stammten.
Zeitlos schön mit Schlafaugen: Mazda RX-7!

Der Mazda RX-7 besticht durch ein schlankes, sportliches, fast europäisch wirkendes Kombicoupé-Design. Besonders die erste Generation ist heute ikonisch: mit ihrer langen Motorhaube, dem kompakten Heck und den typischen Klappscheinwerfern. Das Fahrzeug wirkt flach und gestreckt – fast wie ein kleiner Ferrari aus Japan. Der RX-7 bedeutete auch die Abkehr von verchromten Zierelementen. Noch heute erscheint er frisch und modern.
Im Innenraum präsentiert sich der RX-7 sportlich-funktional. Tiefliegende Sitze, ein übersichtliches Cockpit mit klar ablesbaren Rundinstrumenten und ein sportlich konturiertes Lenkrad standen im Fokus. Besonders in späteren Modellen wurde der Innenraum hochwertiger und luxuriöser – mit Lederausstattung, elektrischen Fensterhebern und sogar Bose-Soundsystemen in der FD-Serie. Die großen Fensterflächen und die schmalen A-Säulen ermöglichen einen nahezu perfekten Rundumblick und lassen viel Licht in den Innenraum.
Trotz der geringen Außenmaße bot der RX-7 überraschend viel Platz für Fahrer und Beifahrer. Der kleine Kofferraum reichte für Wochenendtrips – mehr brauchte ein echter Sportwagen nicht.
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Mazda RX-7: Erfolgreicher Außenseiter!

Das Herzstück des Mazda RX-7 ist der Wankelmotor, den Mazda in Lizenz von NSU baute. Eine technische Besonderheit, die Mazda als einziger Großserienhersteller perfektionierte. Anders als bei herkömmlichen Kolbenmotoren funktioniert der Kreiskolbenmotor mit einer rotierenden Bewegung, was ihn besonders kompakt und vibrationsarm macht.
Technische Highlights:
- RX-7 SA/FB (1978–1985): 1,1- bis 1,3-Liter-Wankelmotor (12A/13B), 100–135 PS
- RX-7 FC (1985–1992): 13B-Motor mit optionalem Turbolader, 150–200 PS
- RX-7 FD (1992–2002): 13B-REW mit Bi-Turboaufladung, bis zu 280 PS
Die Kombination aus geringem Fahrzeuggewicht (oft unter 1.300 kg), Hinterradantrieb und ausgeklügeltem Fahrwerk machte den RX-7 zu einem echten Fahrerauto. Spätere Generationen boten elektronische Fahrhilfen, Doppelquerlenkerachsen und Torsen-Differenziale.
Der Wankelmotor gilt als drehfreudig und leistungsstark, verlangt jedoch nach sorgsamer Pflege – besonders was Ölwechsel, Dichtungen und Laufverhalten betrifft.
Etwas Übung ist im Umgang mit dem Antrieb vonnöten. Das Anfahren benötigt vergleichsweise hohe Drehzahlen von rund 3.000 U/min. Munter wird der Wagen bei Drehzahlen ab 4.000 U/min und beendet die Beschleunigungsorgie erst bei etwa 7.000 U/min. Der Mazda RX-7 macht bei Erreichen der Höchstdrehzahl mit einem Warngeräusch auf sich aufmerksam.
RX-7 der ersten Generation erreichen mit ihrem 1,2-Liter-Wankelmotor eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 192 km/h. Die Leistung des Aggregates: 105 PS. Der Wagen wurde serienmäßig mit einem Viergang-Schaltgetriebe ausgeliefert. Optional konnte ein Fünfgang-Getriebe oder eine Dreigang-Automatik bestellt werden. Einmal in Bewegung fährt sich der RX-7 sehr direkt und leicht. Mangels Servounterstützung können Parkmanöver allerdings zum Kraftakt werden.
Mit und ohne Turbo: Mazda RX-7

Über die Jahre brachte Mazda verschiedene Versionen und Sondermodelle des RX-7 auf den Markt:
- Mazda RX-7 GSL / GSL-SE: Luxusausführungen mit verbessertem Fahrwerk und Ausstattung (FB)
- Mazda RX-7 Turbo II: leistungsstärkere FC-Version mit Ladedruck
- Mazda RX-7 FD Type R / Type RS / Type RZ: Topmodelle der FD-Serie mit reduzierter Ausstattung und maximaler Performance
- Mazda RX-7 Spirit R (2002): Letzte und begehrteste Version, nur in Japan verkauft – heute ein Sammlerstück
Daneben gab es internationale Varianten mit unterschiedlichen Emissionssystemen, Ausstattungen und Leistungsspektren, angepasst an lokale Märkte (USA, Europa, Japan).
Langläufer bei guter Pflege!

Schwachstellen
- Wankelmotor-Dichtungen: Die Apex- und Seitendichtungen verschleißen schnell bei schlechter Pflege. Warnzeichen: schlechter Warmstart.
- Ölverbrauch: Teilweise konstruktionsbedingt – Öl muss mitverbrannt werden. Bis zu einem Liter/1.000 km gelten als normal.
- Kühlung: Überhitzung kann Kolbenschäden verursachen – Kühlsystem regelmäßig prüfen.
- Rost: Besonders bei älteren SA/FB-Modellen an Radläufen, Schweller, Unterboden.
- Elektrik: Frühere Modelle haben gelegentlich Kontaktprobleme in der Fahrzeugelektronik.
Kleiner Tipp: Der Motor sollte nach Betätigung des Choke umgehend anspringen. Bei Betriebstemperatur sollte er leicht bis 7.000 U/min drehen. Achten Sie auf den Warnton! Wurde dieser deaktiviert, könnte das auf einen unsachgemäßen Umgang hindeuten. Der Motor schafft Drehzahlen über 7.000 U/min problemlos. Die Nebenaggregate sind jedoch nicht für höhere Drehzahlen ausgelegt. Selbstschrauber sollten tiefgehende Kenntnisse für den nicht alltäglichen Kreiskolbenmotor mitbringen.
Ersatzteile
Die Versorgungslage für Verschleißteile ist gut – insbesondere für SA/FB und FC-Modelle. Für FD-Teile wird es zunehmend schwieriger, aber spezialisierte Händler (auch in Japan und UK) können helfen. Der Wankelmotor verlangt nach Spezialwissen, daher empfiehlt sich der Kontakt zu RX-7-erfahrenen Werkstätten oder Clubs. Motorenteile stellen häufig ein Problem dar. Aus Japan kommt seit Jahren kein Ersatz mehr.
Preise
- Restaurationsobjekte: ab etwa 4.000 Euro
- SA/FB (Zustand 3–2): 12.000–20.000 Euro
- FC Turbo (gut erhalten): 15.000–25.000 Euro
- FD (EU-Modell, top Zustand): ab 35.000 Euro, Sondermodelle bis 70.000 Euro
- Spirit R (JDM-Import): teilweise über 100.000 Euro auf dem Sammlermarkt
Der Mazda RX-7 erlebt derzeit einen deutlichen Preisanstieg, besonders in der Drift- und JDM-Szene.
FAQ
Die Preise für einen Mazda-RX-7-Oldtimer variieren stark je nach Generation, Zustand und Modell. Während frühe SA/FB-Modelle bereits ab 12.000 Euro erhältlich sind, liegen top erhaltene FD-Modelle bei 35.000–70.000 Euro. Die seltenen Spirit-R-Varianten können deutlich teurer sein.
Insgesamt wurden zwischen 1978 und 2002 über 811.000 Mazda RX-7 produziert:
SA/FB: ca. 471.000 Stück
FC: ca. 272.000 Stück
FD: ca. 68.500 Stück
Ein großer Teil davon wurde in die USA exportiert, weshalb besonders europäische Exemplare heute rar und gefragt sind.