
Der Lamborghini Countach ist mehr als nur ein Auto – er ist eine Ikone der Automobilgeschichte. Als Nachfolger des revolutionären Miura setzte der Countach ab 1974 neue Maßstäbe für viele kommende Supersportwagen, nicht nur von Lamborghini. Mit seinem futuristischen Keil-Design, den markanten Scherentüren und der brachialen Leistung verkörperte er das, was Autofans weltweit unter einem Traumwagen verstanden. Bilder des Countach hingen seinerzeit an vielen Jugendzimmerwänden. Heute gilt der Lamborghini Countach Oldtimer als einer der begehrtesten Sammlerwagen überhaupt. Seine Kombination aus kompromisslosem Design, innovativer Technik und wilder Performance macht ihn zu einem unsterblichen Symbol für Geschwindigkeit und Stil.
Geburt eines Donnerkeils: Lamborghini Countach

Die Geschichte des Lamborghini Countach beginnt Ende der 1960er Jahre. Nach dem großen Erfolg des Lamborghini Miura, der das Konzept des Mittelmotor-Sportwagens etablierte, wollte Firmengründer Ferruccio Lamborghini ein noch extremeres Modell auf die Räder stellen.
Das Design wurde an Bertone übergeben, wo der junge Designer Marcello Gandini bereits den Miura entworfen hatte. Das Ergebnis war der 1971 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellte Lamborghini Countach LP 500 – ein Prototyp, der die Welt schockierte. Mit seiner flachen Keilform, den aufwärts öffnenden Türen und der radikal futuristischen Linie war der Countach seiner Zeit weit voraus.
Der Name „Countach“ stammt aus dem piemontesischen Dialekt und ist ein Ausdruck des Erstaunens – sinngemäß „Wow!“ oder „Unglaublich!“. Genau das war auch die Reaktion der Öffentlichkeit.
Die Serienproduktion begann 1974 mit dem Lamborghini Countach LP 400 (Periscopio), angetrieben von einem 4,0-Liter-V12. Über die Jahre wurde der Countach weiterentwickelt, stärker, breiter und aggressiver – und blieb dennoch immer ein Symbol für kompromisslose Supersportwagenkunst.
Bis zur Einstellung der Produktion 1990 wurden insgesamt rund 2.042 Exemplare gebaut – ein überschaubarer Wert, der den Countach heute zu einem der exklusivsten Lamborghini-Oldtimer macht.
Klare Kante: Lamborghini Countach

Das Design des Lamborghini Countach war revolutionär. Gandini schuf mit der Keilform ein völlig neues Konzept: flach, kantig, aggressiv. Der Wagen war nur 107 Zentimeter hoch, mit breiten Kotflügeln und einem spektakulären Heck.
Besonders markant: die legendären Scheren-Türen, die nach oben schwenken – ein Designmerkmal, das seither alle großen Lamborghini-Supersportwagen tragen.
Die Karosserie bestand aus Aluminium auf einem Rohrrahmenchassis. Anfangs elegant und glatt, später mit großen Lufteinlässen, Spoilern und breiten Reifen immer extremer.
Im Innenraum war der Countach puristisch: eng, tief und mit einem flachen Armaturenbrett, das ganz auf den Fahrer ausgerichtet war. Übersicht war kaum vorhanden – nach hinten praktisch null. Viele Fahrer öffneten die Tür und lehnten sich beim Rückwärtsfahren hinaus. Dennoch: Der Innenraum war ein Kunstwerk aus Leder, Aluminium und handwerklicher Perfektion.
Spätere Modelle boten etwas mehr Komfort und Platz, aber der Countach blieb stets ein kompromissloser Supersportwagen – gebaut für Enthusiasten, nicht für Bequemlichkeit.
Zwölf für den Lamborghini Countach

Im Heck des Countach arbeitete ein echter Supersportwagen-Herzensbrecher: der V12-Motor mit 60°-Zylinderwinkel, längs hinter dem Fahrer montiert. Das Aggregat wurde von Giotto Bizzarrini entwickelt und wurde bereits 1964 im Lamborghini 350 GT verwendet.
Motor und Leistung
- Countach LP 400 (1974–1978): 3.929 cm³, 375 PS, 315 km/h
- Countach LP 400 S (1978–1982): 4.0-Liter-V12, 355 PS, breitere Reifen, verbesserte Aerodynamik
- Countach LP 500 S (1982–1985): 4.754 cm³, 375 PS, 0–100 km/h in 5,6 Sekunden
- Countach 5000 Quattrovalvole (1985–1988): 5.167 cm³, 455 PS mit 4-Ventil-Zylinderköpfen
- Countach 25th Anniversary (1988–1990): 455 PS, überarbeitete Aerodynamik, bestes Handling aller Countach-Modelle
Das Getriebe saß vor dem Motor und leitete die Kraft über eine Welle zurück zur Hinterachse – ein ungewöhnliches, aber platzsparendes Layout.
Das Fahrwerk bestand aus Doppelquerlenkern, die Bremsen waren Scheiben rundum und die Lenkung ohne Servounterstützung erforderte Kraft – besonders beim Parken. Doch sobald der Countach Fahrt aufnahm, zeigte er, wofür er gebaut war: präzise, brutal schnell und unglaublich direkt.
Der Sound des V12, der direkt hinter den Sitzen brüllte, war pure Gänsehaut – ein Klang, den kein moderner Supersportwagen nachahmen kann.
Evolution der Extreme: Lamborghini Countach

Lamborghini Countach LP 400 (1974–1978)
Die erste Serienversion mit „Periscopio“-Dach (kleiner periskopischer Rückspiegelkanal im Dach). Elegant und leicht gilt sie heute als das reinste Countach-Modell.
Lamborghini Countach LP 400 S (1978–1982)
Breitere Reifen, Spoiler und ein härteres Fahrwerk – ein aggressiver Look, der das Bild des Countach prägte.
Lamborghini Countach LP 500 S (1982–1985)
Größerer 4,75-Liter-Motor, mehr Drehmoment, mehr Alltagstauglichkeit – der Countach wurde stärker und etwas komfortabler.
Lamborghini Countach 5000 Quattrovalvole (1985–1988)
Mit Vierventiltechnik und über 450 PS wurde der Countach zur Rakete. Neue Motorhaube und Lufteinlässe kennzeichneten das Modell.
Lamborghini Countach 25th Anniversary (1988–1990)
Zum 25-jährigen Firmenjubiläum modernisierte Lamborghini den Countach ein letztes Mal: neue Spoiler, überarbeitete Kühlung und luxuriösere Ausstattung. Designer war Horacio Pagani, der spätere Gründer von Pagani Automobili.
Stilprägend für spätere Supercars

Obwohl der Countach kein Rennwagen im klassischen Sinn war, wurde er zu einem Symbol des automobilen Prestiges. Er diente als Safety-Car bei mehreren Formel-1-Rennen, darunter in Monaco, und trat in Filmen, Musikvideos und auf Postern weltweit auf.
Sein Einfluss auf die Automobilwelt war enorm: Der Countach prägte das Design der 1980er Jahre und inspirierte Generationen von Supersportwagen – von Ferrari Testarossa bis Lamborghini Diablo.
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Anspruchsvoll und kostenintensiv

Schwachstellen
Der Lamborghini Countach ist robust, aber anspruchsvoll:
- Wartung: Der V12 erfordert regelmäßige Inspektionen – teuer, aber überlebenswichtig.
- Kühlsystem: Überhitzung bei Stau oder heißem Klima möglich.
- Elektrik: Wie bei vielen italienischen Autos dieser Zeit anfällig.
- Kupplung und Getriebe: Belastet durch hohe Leistung, Reparaturen kostenintensiv.
- Karosserie: teure Handarbeit – Unfallwagen nur von Spezialisten restaurieren lassen.
Ersatzteile
Dank spezialisierter Werkstätten in Italien, der Schweiz und den USA ist die Ersatzteilversorgung gut, wenn auch kostspielig. Originalteile und Nachfertigungen sind über Lamborghini Classic Heritage erhältlich.
Preise (Stand 2025)
- LP 400 „Periscopio“: ab 1,2 Mio. Euro
- LP 400 S: 800.000–1 Mio. Euro
- LP 500 S: 700.000–900.000 Euro
- Quattrovalvole: 900.000–1,2 Mio. Euro
- 25th Anniversary: 500.000–700.000 Euro
FAQ
Die Preise variieren je nach Version und Zustand. Ein gepflegter Countach 25th Anniversary startet bei etwa 500.000 Euro, während ein seltener LP 400 „Periscopio“ über 1,2 Millionen Euro kosten kann.
Zwischen 1974 und 1990 wurden rund 2.042 Exemplare produziert – jedes von Hand gefertigt und einzigartig.