So machen Sie Ihren Oldtimer winterfest! - My Next Classic
01.11.2022 - Boxenstopp - Oldtimer - Praxistipps
Oldtimer winterfest machen - so geht´s

So machen Sie Ihren Oldtimer winterfest!

Die letzten schönen Herbsttage gehen vorüber, die Tage werden kürzer und die Temperaturen fallen. Nun ist es für viele Oldtimer so weit: Sie müssen winterfest gemacht werden. Damit Ihr Oldtimer auch zum nächsten Saisonstart optisch und technisch in einwandfreiem Zustand ist und dem Fahrspaß nichts im Weg steht, erklären wir Ihnen, wie Sie am besten vorgehen und was Sie beachten sollten, um Ihren Oldtimer winterfest zu machen.

Oldtimer winterfest machen - Reinigung des Fahrzeugs

Reinigung des Fahrzeuges:

Gründliche Handwäsche:

Starten Sie Ihre Vorbereitungen für das Saisonende am besten mit einer gründlichen Handwäsche Ihres Oldtimers. So vermeiden Sie Lackschäden, die bei längerer Standzeit von Verschmutzungen wie z.B. Vogelkot und Baumharz verursacht werden können. Auch entdecken Sie kleine, vorhandene Lackschäden besser.

ACHTUNG: Suchen Sie für die Handwäsche einen geeigneten Platz mit Wasserabscheideanlage auf. Auf der Straße ist das Waschen Ihres Fahrzeuges verboten!  

Gründliches Reinigen von Ecken, Fugen etc.:

Öffnen Sie für die Reinigung alle Türen und Hauben und reinigen Sie auch die Karosseriekanten, die Radkästen sowie alle Ecken und Fugen. Festsitzenden Schmutz auf den Felgen können Sie am besten mit einem säurefreien Felgenreiniger entfernen.

Vergessen Sie auch nicht die Reinigung des Unterbodens. Eine Motorwäsche sorgt für einen problemlosen Start in den Frühling. Beim Einsatz eines Hochdruckreinigers sollten Sie vorsichtig sein und mindestens einen halben Meter Abstand halten und diesen nicht zu nah an Lichtmaschine und Steuergeräte halten.

Trocknung Ihres Oldtimers:

Trocknen Sie Ihren Oldtimer nach der Wäsche mit Leder- oder Mikrofasertüchern gründlich.

Extra-Tipp: Fahren Sie Ihren Oldtimer bei schönem Wetter nach der Wäsche noch ein paar Kilometer, so dass auch aus den Fugen und Ritzen die Feuchtigkeit entweichen kann. Zudem werden Antrieb und Fahrwerk nochmals warm, Kondenswasser im Auspufftrakt kann verdunsten und die Heizung oder ggf. Klimaanlage, entfeuchtet den Innenraum.

Reinigung des Innenraums:

Den Innenraum Ihres Oldtimers sollten Sie gründlich aussagen und mit einem feuchten Tuch säubern. Säubern Sie insbesondere Lenkrad, Schalthebel und Gurte mit Seifenlauge. Für Textilien und Teppichböden können Sie bei Bedarf Teppichschaum verwenden. Ledersitze sind mit einem speziellen Lederpflegemittel zu behandeln, welche das Leder geschmeidig halten.

Optische Prüfung Ihres Fahrzeugs:

Prüfen Sie Ihr Fahrzeug auf Lackschäden und Roststellen. Achten Sie hierbei insbesondere auch beim Unterboden und den Radkästen auf Beschädigungen und Korrosionsspuren.

Ebenfalls sollten Sie Ihr Fahrzeug auf feuchte und modrige Stellen prüfen. Entfernen Sie hierzu alle losen Bodenbeläge – auch aus dem Kofferraum. Sollten Sie eine solche Stelle entdecken, klären und beseitigen Sie unbedingt die Ursache. Ansonsten droht Schimmelbildung.

Extra-Tipp: Um Ihren Oldtimer winterfest zu machen, lassen Sie lose Fußmatten am besten außerhalb Ihres Oldtimers überwintern, damit sich unter ihnen keine Feuchtigkeit bilden kann.

Fahrzeuglack:

Kleine Lackschäden, z.B. durch Steinschlag, können Sie mit einem Lackstift selbst ausbessern. Bei größeren Schäden hilft nur der Weg in die Werkstatt.

Mit einer optionalen Politur bringen Sie den Lack Ihres Oldtimers zum Glänzen. Zudem sollten Sie den Lack Ihres Oldtimers mit einem Hartwachs versiegeln. Dieser wird mit einem Applikationsschwamm in den Lack eingearbeitet. Für Streifenfreiheit verwenden Sie am besten ein Mikrofasertuch.

Oldtimer winterfest machen - Fahrzeuglack prüfen

Gummidichtungen und Chromteile:

Behandeln Sie Gummidichtungen und andere Gummiteile mit einem Pflegemittel, am besten mit Vaseline, Talkum oder Glyzerin. So bleiben sie dicht und schützen vor Rostschäden und unangenehmen Geruch im Fahrzeuginneren. Im Handel sind sogenannte Gummi-Pflegestifte erhältlich.

Chromteile behandeln Sie am besten mit Paraffin oder Schutzwachs. Auch hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Pflegemittel.

Scheibenwischer:

Die Scheibenwaschanlage sollten Sie, um Ihren Oldtimer winterfest zu machen, entleeren oder alternativ Frostschutzmittel hinzufügen. In diesem Fall stellen Sie durch mehrmaliges Betätigen der Anlage nach dem Einfüllen sicher, dass auch Wischwasserpumpe und -schläuche vor Frost geschützt sind und das Frostschutzmittel bis in die Düsen gelangt.

Klappen Sie die Scheibenwischer von den Scheiben weg, damit sich über den Winter die Lippen nicht plattdrücken und an den Scheiben festkleben.

Scharniere und Schlösser:

Pflegen Sie Scharniere und Schlösser mit Fett. Fetten Sie bei Bedarf auch die Sitzschienen.

Cabrioverdeck:

Sofern Sie ein Oldtimer-Cabrio fahren, sollten Sie das Cabrioverdeck mit einem speziellen Reiniger und Imprägniermittel aus dem Fachhandel pflegen. Das Verdeck sollte für den Winter leicht geöffnet gebracht werden, damit Stoff und Gelenke nicht unter Spannung stehen. Sie sollten das Verdeck aber keinesfalls ganz öffnen, so könnten bleibend Falten und mürbe Stellen entstehen.

Tanken des Fahrzeuges:

Bei Luft im Tank kann sich während der Winterpause Kondenswasser bilden, welches zu Korrosion führen kann. Daher sollte Ihr Oldtimer mit vollem Tank überwintern. Ggf. kann ein Benzinstabilisator beigefügt werden, welcher Kondenswasserbildung verhindert und somit vor Korrosion schützt.

Oldtimer winterfest machen - Ölwechsel durchführen

Ölwechsel:

Das Motoröl sollte alle zwei Jahre gewechselt werden. Ob vor oder nach der Winterpause ist Geschmackssache. Frisches Öl schützt den Motor am besten, während benutztes Öl korrosionsfördernd wirkt. Daher empfehlen wir: Sollte eh ein Ölwechsel anstehen, führen Sie diesen noch vor der Winterpause durch, um Ihren Oldtimer winterfest zu machen.

Kühlerfrostschutz:

Prüfen Sie den Kühlerfrostschutz und füllen Sie ihn bei Bedarf auf. Die Prüfung sollte bei Betriebstemperatur erfolgen.

Bei Aluminiummotoren dagegen sollte der Kühlerfrostschutz vor der Winterpause abgelassen werden, da ansonsten das Aluminium angegriffen wird.

Motor:

Um den Motor Ihres Oldtimers zu pflegen, sollten sie zudem einen Motor-Innenkonservierer in den Vergaser sowie durch Zündkerzenbohrungen in den Zylinder sprühen. Zudem können Sie den Motor mit Schutzwachs konservieren.

Batterie:

Im Winter sollte die Batterie abgeklemmt, am besten sogar ausgebaut werden. Im ausgebauten Zustand lässt sich auch das Blech unter der Batterie überprüfen – hier sammeln sich gerne Blätter und es kann zu Korrosion kommen. Lagern Sie die Batterie trocken und schließen Sie sie regelmäßig, ca. alle zwei Monate, für ein paar Stunden zum Aufladen an ein Ladegerät an. Moderne Ladungserhaltungsgeräte prüfen den Ladezustand automatisch und werden nur bei Bedarf tätig.

Reifen:

Um einen Standplatten zu verhindern, sollten Sie den Reifendruck Ihres Oldtimers auf 3,5 bar erhöhen. Gut ist es, wenn Sie Ihr Fahrzeug zudem gelegentlich etwas von Hand bewegen. Alle paar Wochen 30 bis 50 Zentimeter sind ausreichend.

Extra-Tipp: Markieren Sie mit Kreide die jeweilige Position der Reifen, um jedes Mal eine andere Stelle der Reifen zu entlasten.

Noch besser ist es, das Auto kippsicher aufzubocken, um Reifen und Radaufhängung dauerhaft zu entlasten. Die Reifen sollten noch Kontakt zum Boden haben und die Federn und Stoßdämpfer noch etwas belastet bleiben.

Eine gute Alternative sind sogenannte „Reifenschoner“, die vor einem Standplatten schützen. Diese erhalten Sie im Fachhandel oder über das Internet.

Etwas Talkum an den Außenseiten der Reifen verlängert die Haltbarkeit des Gummis.

Perfekt gepflegter Reifen eines Oldtimers.

Abstellen des Fahrzeuges:

Der richtige Ort:

Zum Abstellen Ihres Oldtimers über den Winter sollten Sie feuchte und schlecht durchlüftete Räume vermeiden. Optimal ist ein trockene und gut durchlüftete, möglichst klimatisierte Garage mit einer konstanten Temperatur und ebenfalls konstanter, mäßiger Luftfeuchtigkeit. Sollten Sie nicht über einen solchen Raum verfügen, können Sie das Raumklima z.B. durch elektrische Luftentfeuchter oder durch Entfeuchter-Granulat verbessern.

Extra-Tipp: Stellen Sie eine Box mit Katzenstreu in Ihren Oldtimer und wechseln Sie dieses regelmäßig. Das Katzenstreu entzieht der Luft Feuchtigkeit.

Wer ganz besonders gründlich sein möchte, platziert zudem eine Mäusefalle im Innenraum, um unerwünschte Besucher und Schäden durch diese zu vermeiden.

Sofern Sie über keinen Raum zur Überwinterung verfügen und Ihr Oldtimer unter freiem Himmel überwintern muss, achten Sie auf eine feste, durchgehende Standfläche. Wir raten allerdings dringend von einer Überwinterung im Freien ab! Durch die schwankende Luftfeuchtigkeit kann sich Kondenswasser bilden und es besteht die Gefahr, dass Ihr Oldtimer verrostet.

Das richtige Abstellen:

Es empfiehlt sich im Winter eine große Pappe unter den Oldtimer zu legen. Bei einem Blick unter das Fahrzeug kann man auf dieser gut erkennen, wo ggf. eine undichte Stelle ist.

Ziehen Sie – sofern dies gefahrenlos möglich ist – die Handbremse nicht an, die Beläge könnten festkleben.

Ein ölgetränkter Lappen im Auspuffrohr verhindert Kondenswasserbildung.

Nach dem endgültigen Abstellen sorgen leicht geöffnete Türen, Fenster und Hauben für ausreichend Belüftung und verhindern Schimmelbildung. Auch der Überzug sollte luftdurchlässig sein. Die günstige Variante ist ein Baumwollbettlaken. Im Fachhandel gibt es aber auch spezielle Autoschutzdecken – sogenannte Paletots. Nicht geeignet sind Kunstfaserstoffe und Plastikfolien, da diese nicht feuchtigkeitsdurchlässig sind.

Fazit:

Die meisten Oldtimer verbringen die kalte Jahreszeit besser im Winterschlaf, denn Streusalz, Feuchtigkeit und Frost verkürzen das Autoleben. Doch das Fahrzeug einfach bis zum nächsten Frühling in der Garage abzustellen ist keine gute Idee. Wird der Oldtimer nicht richtig in den Winterschlaf versetzt, drohen Schäden und es werden im Frühling womöglich größere Reparaturen erforderlich sein. Mit den richtigen Vorbeugemaßnahmen dagegen steht einem schönen Erwachen im Frühling nichts entgegen.

Wenn Sie sich die Vorbereitung Ihres Oldtimers für den Winterschlaf nicht selbst zutrauen, nutzen Sie die Möglichkeit, das Fahrzeug von einem Fachbetrieb einwintern zu lassen. Diese bieten oftmals auch geeignete Plätze für die Überwinterung Ihres Lieblings an. Achten Sie in diesem Fall darauf, dass alle Leistungen, die der Fachbetrieb an Ihrem Oldtimer vornimmt, dokumentiert werden. Auch sollten Sie den angebotenen Standplatz vorab begutachten.

Extra-Tipp: Nutzen Sie den Winter, um erforderliche Reparaturen an Ihrem Oldtimer durchführen zu lassen. Dann hat auch die Werkstatt keinen Stress und kann in Ruhe Ersatzteile beschaffen oder anfertigen lassen und einbauen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, Ihren Oldtimer über den Winter abzumelden, oder ein Saisonkennzeichen zu verwenden, um Kosten zu sparen.

Ein roter Oldtimer in einem winterlichen Wald.

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