
Der Simca-Aronde-Oldtimer gehört zu den innovativen Fahrzeugen der automobilen Nachkriegszeit in Frankreich. Mit seiner eleganten Linienführung und soliden Technik wurde er schnell zum Verkaufserfolg und markierte den Aufstieg der Marke Simca in die Herzen vor allem französischer Autofahrer. Besonders der Simca 9 Aronde gilt heute als begehrter Klassiker unter Sammlern, eine Mischung aus französischem Flair, robuster Mechanik und zeitlosem Design. In diesem Artikel beleuchten wir die Geschichte, Technik, Varianten und sportliche Bedeutung und geben eine Kaufberatung inklusive typischer Schwachstellen, Ersatzteilversorgung und Marktpreisen. Tauchen wir ein in die Welt des charmanten französischen Klassikers!
Der erste echte Simca!

Die Geschichte des Simca Aronde beginnt in den frühen 1950er-Jahren, einer Zeit des Wiederaufbaus und wirtschaftlichen Aufschwungs in Europa. Simca, ursprünglich ein Lizenznehmer von Fiat-Modellen, hatte bereits Erfahrung im Fahrzeugbau, wollte aber mit einem eigenen, modernen Modell neue Wege beschreiten. 1951 wurde der Aronde vorgestellt. Ein Auto, das Komfort, Alltagstauglichkeit und attraktives Design vereinte. Die erste eigene Entwicklung des französischen Herstellers. Fiat benötigte für die Konstruktion seines Fiat 1100 zwei Jahre länger.
Der Name „Aronde“ leitet sich vom französischen Wort für „Schwalbe“ ab, einem Symbol für Leichtigkeit und Eleganz. Die Schwalbe wurde mit dem Erfolgsmodell Aronde auch Markenzeichen der Firma Simca. Der erste Aronde war ein Meilenstein: Er brachte moderne Karosserietechnik, zeitgemäße Mechanik und ein ansprechendes Äußeres in die Mittelklasse. Mit seinem 1,2-Liter-Motor bot er für damalige Verhältnisse ordentliche Leistung und beeindruckte durch Zuverlässigkeit.
Über seine Lebenszeit wurde der Aronde kontinuierlich überarbeitet und in mehreren Generationen produziert. Er war das wichtigste Modell von Simca in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren und trug maßgeblich zum Erfolg der Marke in Frankreich und international bei. Dennoch spielte er in Deutschland kaum eine Rolle. Ein sehr verrosteter Scheunenfund in Bernburg/Saale lässt vermuten, dass Simca 1959 auch in sehr geringen Stückzahlen in die damalige DDR exportierte. Belegen lässt sich die Annahme jedoch nicht wirklich. Insgesamt entstanden etwa 1,4 Millionen Exemplare in drei Generationen, was den Aronde zu einem der bedeutendsten Simca-Modelle überhaupt macht.
Französischer Chic!

Das Design des Simca-Aronde-Oldtimers spiegelt den Stil der 1950er-Jahre wider – elegant, aber nicht überladen. Die Karosserie war klar konturiert, mit runden Kotflügeln, einer hochgezogenen Motorhaube und einem klassischen Kühlergrill, der den Charme der damaligen Zeit perfekt einfing. Viele Modelle trugen feine chrombetonte Zierelemente, die dem Gesamtbild eine gewisse Noblesse verliehen.
Im Innenraum legten die Designer Wert auf Komfort und Übersichtlichkeit. Trotz seiner kompakten Außenmaße bot der Aronde erstaunlich viel Platz für Fahrer und Passagiere. Die Sitze waren bequem und oft mit Stoff oder Vinyl bezogen. Typisch für die 50er- und frühen 60er-Jahre.
Das Armaturenbrett war schlicht, funktional und übersichtlich gestaltet: Große Rundinstrumente, gut ablesbare Anzeigen und ein klassisches Lenkrad dominierten das Cockpit. Während frühe Modelle noch sehr puristisch ausgestattet waren, kamen spätere Varianten mit mehr Komfortoptionen wie Heizungen, Radio oder Zigarettenanzünder. Ein deutlicher Fortschritt für die damalige Zeit.
Insgesamt war der Innenraum ein Balanceakt zwischen Funktionalität und Komfort – ganz im Geist einer Zeit, in der Autofahren zunehmend alltagstauglich und bequem werden sollte.
Keine Raketentechnik: Simca Aronde

Technisch war der Simca Aronde solide und einfach konstruiert. Perfekt für den täglichen Einsatz auf den Straßen Europas der Nachkriegszeit.
Motor und Antrieb
Der Aronde war meist mit einem Reihenvierzylinder-Motor ausgestattet. Anfangs wurde der 1,2-Liter-Motor des Vorgängers Simca 8 genutzt. Das Aggregat leistete 45 PS und verlieh dem leichten Mittelklassewagen fast sportliche Fahrleistungen. Ab 1955 kam ein völlig neu entwickeltes 1,3-Liter-Triebwerk zum Einsatz. Dieses leistete je nach Modell zwischen 45 und 60 PS. Der Aronde P 60 Monthléry Spéciale brachtees sogar auf 70 PS. Die Kraftübertragung erfolgte über ein manuelles 3- oder 4-Gang-Getriebe, das robust und einfach zu warten war. Der Simca Aronde hat, der Zeit entsprechend, einen Heckantrieb.
Fahrwerk
Das Fahrwerk bestand aus Einzelradaufhängung vorn und einer soliden, klassischen Starrachse hinten. Die Federung war komfortabel abgestimmt – perfekt für die holprigen Straßen jener Zeit. Scheibenbremsen waren damals noch unüblich; Trommelbremsen rundum waren Standard. Trotz der eher rudimentären Technik bot der Aronde ein sicheres Fahrverhalten in urbanen und ländlichen Umgebungen.
Die Technik war bewusst einfach gehalten, um Zuverlässigkeit und niedrige Wartungskosten zu gewährleisten. Ein Erfolgsfaktor, der maßgeblich zur Popularität des Modells beitrug.
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Generationen und Varianten des Simca Aronde

Der Simca Aronde wurde in zahlreichen Varianten angeboten: Limousinen, Coupés, Kombis und sogar Lieferwagen. Zu den bekanntesten zählen:
Simca 9 Aronde
Eine der wichtigsten Basisversionen. Limousine, Coupé und dreitüriger Kombi mit 1,2-Liter-Motor, weit verbreitet und oft als klassischer Vertreter der Baureihe gesehen.
Simca Aronde 1300
Als Limousine, Cabrio und Coupé erhältlich. Facelift, welches besonders am geänderten Heck und der Front zu erkennen ist. Er besaß den neu konstruierten 1,3-Liter-Motor.
Simca Aronde P60 / Montlhéry
Eine der späteren Weiterentwicklungen mit modernisiertem Design, neuem Kühlergrill und verbessertem Innenraum. Der P60 war technisch und optisch weiterentwickelt, aber weiterhin erkennbar als Aronde. Ab 1960 wurde ein neuer 1,3-Liter-Motor mit fünffach gelagerter Kurbelwelle verbaut.
Französische Spezialversionen und Exportmodelle
Je nach Markt gab es Varianten mit verschiedenen Ausstattungsgraden, Motorisierungen und Detailunterschieden – ein Spiegel der vielfältigen Bedürfnisse von Kunden in Frankreich, Amerika, Belgien oder Nordafrika. Insbesondere die Coupés und Cabrios der ersten Generation (Simca 9 Aronde) wurden bei Facel produziert und gehören heute zu den höherpreisigen Sammlerstücken.
Einfach und solide!

Wer überlegt, einen Simca-Aronde-Oldtimer zu kaufen, sollte einige Dinge beachten:
Typische Schwachstellen
- Rostproblematik: Wie viele Fahrzeuge seiner Zeit leidet der Aronde an Roststellen – besonders an Radläufen, Schwellerbereichen und dem Unterboden.
- Aufgrund der Konstruktion altert die Karosserie oft ungleichmäßig; auf Durchrostungen an tragenden Teilen achten!
- Elektrik: Alte Kabelbäume und Kontakte neigen zu Kontaktproblemen, besonders wenn sie lange nicht erneuert wurden.
- Bremsen: Trommelbremsen brauchen regelmäßige Wartung und Einstellung.
Ersatzteile
Die Ersatzteilversorgung für den Aronde ist heute gut, aber nicht überall trivial:
- Spezialhändler im europäischen Classic-Car-Bereich haben Nachfertigungen oder gebrauchte Teile im Sortiment.
- In Frankreich gibt es noch aktive Sammler- und Restauratorengruppen, die Teile tauschen und anbieten.
- Einige Originalteile sind rar und teuer – vor allem Karosserieteile oder spezifische Zierteile.
Preise (Stand 2025/26)
Die Preise für einen Simca Aronde variieren stark nach Zustand, Originalität und Seltenheit:
- Fahrbereit, unrestauriert: ca. 4.000 – 12.000 Euro
- Guter restaurierter Klassiker: ca. 15.000 – 25.000 Euro
- Top-restauriertes Sammlerstück: 30.000 Euro und mehr
- Seltene Coupes und Cabrios der ersten Generation (gebaut bei Facel): bis über 100.000 Euro
Die Preise steigen tendenziell, da der Aronde heute zu den etwas selteneren französischen Klassikern gehört, die noch echte Alltags- und Rallyetauglichkeit mit charmantem Stil verbinden.
FAQ
Die Preise beginnen bei rund 4.000 Euro für einfach fahrbereite Fahrzeuge. Gut restaurierte Exemplare liegen zwischen 15.000 und 30.000 Euro, während echte Sammlerobjekte auch über 100.000 Euro kosten können.
Zwischen 1951 und 1963 wurden insgesamt etwa 1,4 Millionen Simca Aronde produziert.